Die Malerei auf Kuba

Kuba genießt als Kunst- und Kulturland einen vergleichsweise guten und weltweit bekannten Ruf. Anders als in manchen anderen kommunistischen oder ehedem kommunistischen Ländern verfügt beinahe jede Provinzstadt über eine Casa de Cultura. Daneben existieren weitere staatliche Organisationen, wie z.B. die Uneac (Union kubanischer Schriftsteller und Künstler) oder die renommierte Casa de las Americas. Allen ist gemein, die Massen kostenlos mit verhältnismässig anspruchsvoller Kunst zu vesorgen. Obwohl Kunst und Kultur in der kubanischen Gesellschaft weithin anerkannt sind und staatlich gefördert werden, unterliegen viele Autoren aller Genres einer, teilweise strengen Beobachtung und Beschränkung.

Die wechselvolle Geschichte Kubas als größte Karibik Insel und insbesondere seiner Hauptstadt Havana als „Schlüssel zu Lateinamerika“ sind ein weiterer Grund sowohl für das recht hohe Niveau -, als auch für die enorme Vielfalt der kubanischen Kunst heute.

Kuba zählte von der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus bis zu Beginn um 1900 zum spanischen Einflussbereich. Aufgrund des Zuckerbooms in der Mitte des 19.Jahrhunderts wuchs neben der Wirtschaft und des Reichtums auch die Zahl afrikanischer Sklaven. Nach Abschaffung der Sklaverei 1885 wurden billige Arbeitskräfte aus China angeworben. Gleichzeitig strömten Investoren aus den USA und anderen westlichen Ländern, auch aus Deutschland auf die Zuckerinsel. In der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts stand Kuba unter dem Einfluss der Vereinigten Staaten, die halbdemokratische oder diktatorische Regime stützten bevor 1959 die sozialistische Revolution das Land erneut radikal veränderte. Bis zum Fall der Berliner Mauer und dem Ende des Kommunismus in Osteuropa orientierte sich Kuba an der Sowjetunion. In den 1990 er Jahren gehörte Kuba zu den wenigen Ländern, die sich weiterhin westlichen, demokratischen Ideen verschlossen und stattdessen in der `periodo especial` einen Sonderweg nunmehr ohne die Hilfe Russlands beschritten.

Bedingt durch diese außergewöhnlichen Entwicklungen und Umwälzungen unterliegen auch die Künste auf Kuba oft einem Sammelsurium von unterschiedlichen Stilen und Richtungen.

Neben der Architektur zeigt sich dies insbesondere in der Malerei recht gut. Von der archaischen Höhlenmalerei bis zur kraftvollen Posterkunst im Havanna der 60 er und 70 er Jahre existiert eine turbulent-bunte künstlerische Palette. Die moderne Kunst kommt ziemlich unverkrampft und betont sinnlich daher. Grelle afrokubanische und lateinamerikanische verbinden sich mit der oft grauen Realität der 50 Jahre währenden Revolution zu einem ganz eigenen berauschenden Gemisch.

Durch die beschriebenen Entwicklungen besteht heute auf Kuba eine durchaus kreativ-unbeständiges Klima in der Malerei.

Unser Internet Auftritt vermittelt Ihnen vor diesen Hintergründen einen guten Überblick über die aktuellen kubanischen Malerei-Schulen und Galerien.

In unserer Sprachschule Sprachtreff Frankfurt an der Konstabler Wache finden Interessierte ab 21.September eine repräsentative Auswahl an Bildern zu ihrer Verfügung.